Freiwillige Feuerwehr Roßtal

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Richtig Löschen

Feuerlöscher und andere Löschmethoden

Das Löschen von Kleinbränden ist kein Hexenwerk. Die wichtigsten Tipps vorweg: Begeben Sie sich beim Löschen von Bränden nicht in unmittelbare Gefahr. Atmen Sie keinen Rauch ein. Versuchen Sie größere Brände erst gar nicht selber zu löschen sondern verschwenden Sie keine Zeit. Alarmieren Sie grundsätzlich die Feuerwehr.

Der Feuerlöscher

Anschaffung
Beim Kauf eines Feuerlöschers können Sie nicht viel verkehrt machen. Am sinnvollsten ist die Anschaffung eines 6kg-ABC-Pulverlöschers, denn dieser ist am universellsten einsetzbar. Für spezielle Anwendungen kann aber ein anderer Löscher-Typ vonnöten sein (siehe Tabelle unten). Überlegen Sie, ob sich die Anschaffung weiterer Feuerlöscher lohnt, je nach Größe der Wohnung am besten einen pro Stockwerk. Für Pkws bieten sich Mini-Löscher an. Nur von Mini-Feuerlöschern in Form einer Sprühdose sollten sie die Finger lassen. Wenn Sie schon dabei sind, können Sie sich auch gleich nach einer Löschdecke und Rauchmeldern umsehen.
Anbringung
Bringen Sie den Feuerlöscher an einem gut erreichbaren möglichst zentralen Ort an. Verstecken Sie ihn nicht in Schränken, auch der Heizungskeller ist kein guter Ort. Bringen Sie gegebenfalls ein Schild mit Hinweis auf den Feuerlöscher an.
Umgang
Die Bedienung eines Feuerlöschers ist kinderleicht. Eine Kurzanleitung ist immer aufgedruckt. Machen Sie sich trotzdem schon direkt nach dem Kauf mit dem Umgang vertraut und informieren Sie evtl. Ihre Mitbewohner. Beachten Sie: Mit Feuerlöschern können nur Entstehungsbrände gelöscht werden, denn deren Inhalt reicht nur für wenige Sekunden.
Stoßweises Löschen; mit dem Wind; in die Glut; Abstand halten; Pulverwolke sollte den gesamten Brand einhüllen Flächenbrände von vorne und unten Löschen; immer in die GlutTropf-/Fließbrände von oben nach unten Löschen
Mehrere Feuerlöscher gleichzeitig und nicht nacheinander einsetzenNach Löschvorgang Brandstelle weiter beaufsichtigenBenutzte Feuerlöscher wieder füllen lassen

Brände

Brände in Innenräumen
Bei Bränden in Innenräumen besteht die Gefahr das der Rauch nicht abziehen kann und es so zu einer Rauchgasvergiftung kommen kann. 10 Gramm Schaumstoff erzeugen 25m3 an giftigen Rauchgasen, das ist in etwa das Volumen eines kleinen Zimmers. Löschen Sie deshalb den Brand nur, wenn Sie dabei keine Rauchgase einatmen müssen und ein Rückzugsweg vorhanden ist. Ist die Rauchentwicklung zu stark, dann schließen Sie nach Möglichkeit die Tür zu dem Raum wo der Brand ausgebrochen ist, bringen Sie sich und Ihre Mitbewohner in Sicherheit und rufen Sie die Feuerwehr. Selbst bei erfolgreichen Löschen des Brandes sollten Sie zur Nachschau die Feuerwehr zu Rate ziehen. Mittels Überdrucklüfter können wir außerdem giftige Brandgase aus Ihrer Wohnung befördern.
Fettbrand
Fett kann sich durch zu große Hitze selbst entzünden, z. B. in einem Topf auf der Herdplatte. Die einfachste Möglichkeit dieses Feuer zu löschen ist, es zu ersticken. Der Topfdeckel ist hierzu ideal geeignet. Verwenden Sie auf keinen Fall Wasser zum Löschen eines Fettbrandes. Wasser und brennendes Fett ergeben eine Fettexplosion (siehe Video).
Brennende Personen
Brennende Personen lassen sich am ehesten mit einer Decke oder Jacke löschen. Das Material darf nur schwer entflammbar sein (keine Kunstfasern!). Eine Löschdecke ist hier nur von Vorteil wenn sie in direkter Reichweite ist. Eine brennende Person wird in Panik umherlaufen. Halten Sie die Person fest und versuchen Sie die Decke um die Person herumzulegen. Lassen Sie dabei den Kopf frei. Schützen Sie vorher Ihre eigenen Hände, indem Sie sie in die Decke einwickeln. Dann die Person auf den Boden legen und das Feuer vom Kopf beginnend ausstreichen. Anschließend Notruf absetzen und die Brandwunden bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit fließend kaltem Wasser kühlen (kein Eiswasser).
Fahrzeugbrände
Brennende Autos explodieren nicht! Selbst gasbetriebene Autos haben Sicherheitseinrichtungen um das Gas gezielt abzulassen. Kleine Brände lassen sich oft mit Pkw-Feuerlöschern bekämpfen. Dieser sollte im Fahrgastraum an einer gut zu erreichenden Stelle angebracht sein und nicht im Kofferraum. Seien sie vorsichtig mit Löschversuchen im Motorraum. Es kann heißer Dampf austreten oder Batteriesäure herumspritzen. Brennende Fahrzeuge entwickeln besonders viele giftige Rauchgase die Sie auf keinen Fall einatmen sollten.
Akkus
Handy- und Laptopakkus können heutzutage immer mehr Energie speichern. In sehr seltenen Fällen können diese Lithium-Ionen-Akkus durch Fabrikationsfehler oder falsche Verwendung überhitzen, Feuer fangen und im schlimmsten Fall sogar explodieren. Achtung: Lithium kann heftig mit Wasser reagieren. Löschmittel der Wahl ist trockener Sand oder sie warten bis die Akkuzellen "ausgebrannt" sind.

Brandklassen

Ein Löschmittel muss zu dem brennenden Material passen. Deshalb hat man Materialien in Brandklassen eingeteilt:
Brandklasse ABrandklasse BBrandklasse C
Feststoffe
Glutbildende Stoffe; Holz, Papier, Kunststoffe
Flüssigkeiten
Benzin, Diesel, Heizöl, Alkohol usw.
Gase
Erdgas, Methan, Wasserstoff usw.
Brandklasse DBrandklasse F
Metalle
Magnesium, Aluminium, Alkalimetalle usw.
Speisefett

Übersicht: Löschmethoden für Brandklassen

BrandklasseHinweise
ABC-PulverlöscherPGHinterlässt Pulverrückstände in jedem Winkel, kann Korrosionschäden verursachen, Atemreizung
BC-PulverlöscherP
Pulverlöscher
mit Metallbrandpulver
M
CO2-LöscherKErstickungsgefahr in geschlossenen Räumen! Rückstandsfrei, Ideal für Elektrik-Brände
WasserlöscherWFührt bei Metall und Fettbränden zur Explosion, elektrisch Leitfähig, Verbrühungsgefahr
SchaumlöscherS
FettbrandlöscherFAusschließlich für Brände von Speisefett
Löschdecke-Nach neusten Erkentnissen evtl. nicht für Fettbrände geeignet; besonders geeignet für brennende Personen

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Letzte Aktualisierung am 29.11.2008 19:50 Uhr - Seitenaufrufe: 10905